Mittwoch, 9. Januar 2013

PC oder Notebook?

Folgenden Artikel schrieb ich vor acht Jahren - die Zeit verfliegt - aber geändert am Grundproblem hat sich trotzdem wenig. Die technisch Versierten mögen bitte einfach die Hardware-Daten updaten :-).



"Ausgestattet mit dem Intel® Pentium® 4 541 Prozessor, 512 MB DDR2 Speicher, PCI Express Grafikkarte, 18fach DVD-Brenner und CardReader eignet sich das Komplettsystem sowohl für den Gaming- und Multimedia-Bereich als auch für anspruchsvollere Office-Anwendungen"

So oder so ähnlich prasseln Verkaufsslogans auf den unbedarften PC-Käufer nieder. Wobei dieser noch einer von den guten ist. Häufig sieht man nur ein Riesensternchen mit "3,6 GHz" etc. und der Rest steht im Kleingedruckten. Was Verkäufer bzw. die Prospekte gerne verschweigen ist, dass die meisten Menschen diese hochgerüsteten Maschinen gar nicht brauchen!

Die PC-Industrie hat seit mehr als 3 Jahren das Problem den Kunden keinen Mehrgewinn mehr an Leistung für die alltägliche Arbeit anbieten zu können, da es relativ egal ist, ob sich ein Office-Dokument in 1,44 oder in 1,42 Sekunden öffnet - der Benutzer merkt einfach keinen Unterschied...

Und so treten neue Dinge in den Vordergrund. Auf einmal muss jeder PC Videoschnitt können, 320 GB Festplattenspeicher besitzen und selbstverständlich die neueste Grafikkarte (da man Office ja am besten in 3d genießen kann). Scherz beiseite.

Die wenigsten Menschen brauchen heute die Leistung, die sie im PC vor sich haben. Das Problem dabei ist nur: Der PC denkt, dass der Benutzer die maximale Leistung benötigt und läuft häufig mit Höchstleistung.

In Verbrauchszahlen lässt sich das so ausdrücken:

1 durchschnittlicher Arbeits-PC verbraucht ca. 150 Watt Strom (ein Spiele-PC sogar bis zu 260 Watt). Wohlgemerkt nur der PC - ohne Monitor. Und das bei einer Lautstärke, die mir teilweise weh tut. Rechnet man den Verbrauch des Monitors hinzu liegt man bei einem Verbrauch von ca. 200 Watt.

Bei gleicher Leistung (!) verbraucht ein Notebook (inkl. Monitor) maximal 70 Watt. Warum maximal? Nun, ein modernes Notebook passt sich der Arbeitsleistung an. Wenn der Prozessor nicht ganz gefordert wird (z.B. bei Officearbeit), taktet er sich automatisch herunter und das Notebook verbraucht auf einmal nur noch 40 Watt. Dazu ist es meistens flüsterleise.

Wenn man das gegeneinander verrechnet bleibt ein Mehrverbrauch von 160 Watt (bzw. 110 Watt, wenn man den Monitor beim PC außer Acht lässt). Und die Frage bleibt im Raum stehen. Warum?

Die Begründung ist ganz einfach. Notebooks waren für den mobilen Einsatz ausgelegt und damit primär für den Akkueinsatz. So war die Industrie gezwungen sparsamere (und auch geräuscharmere) Komponenten zu entwickeln, die aber trotzdem leistungsfähig waren. Parallel dazu entwickelte sie aber weiterhin die strom-verheizenden Leistungsmonster ohne an Verbrauch oder Geräusch zu denken. Frei nach dem Motto: Wer wie beim Auto den lautesten Auspuff hat, der hat hier halt die lauteste Maschine.

Der Vorteil des PCs war und ist seine flexible Struktur. Wenn etwas kaputt ist, lässt es sich relativ schnell austauschen (wenn man ein bisschen Ahnung von der Materie hat) - beim Notebook muss das Gerät im Regelfall eingeschickt werden und es dauert ca. 1 Woche bis es wieder da ist. Dieser Nachteil lässt sich aber ausgleichen, indem man regelmäßig Backups macht und bei guten Notebookfirmen auch ein Ersatzgerät bekommt.

Derzeit versucht die Industrie ihren Entwicklungsfehler wieder etwas gut zu machen, da sie anfängt Notebookkomponenten in normale PCs einzubauen. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Meine Empfehlung geht jedoch für den normalen Anwender ganz klar an ein Notebook. Jeder findet heute etwas auf ihn persönlich zugeschnitten. Auch Videoschnitt und Spiele sind mit etwas teureren Notebooks kein Problem. Und wenn es mir einmal im Weg ist, kann ich es einfach wegpacken. Ein PC steht weiterhin rum.

Für den professionellen Einsatz empfehle ich jedoch zusätzlich den Einsatz einer Dockingstation. In diese kann ich mein Notebook einklicken und einen großen Monitor, Tastatur, Maus etc. anschließen. Das schafft wesentlich besseren Komfort.

Der Stromsparerfolg liegt klar beim Notebook und auch die steigenden Verkaufszahlen belegen das gewachsene Interesse am mobilen Arbeiten.

Aber auch wer nicht den Aufpreis für ein Notebook zahlen möchte, bekommt für weniger Geld als im Mediamarktprospekt einen auf ihn persönlich zugeschnittenen sparsameren PC - beim Fachhändler. In Bonn kann ich bora-computer da uneingeschränkt empfehlen.

Infos zum Verbrauch von PCs hier.

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