Dienstag, 8. Januar 2013

Waschnüsse statt Waschpulver?


Wer Lust hat einmal eine Alternative zum klassischen Waschpulver zu testen, dem seien einmal "Waschnüsse" empfohlen.

Die Waschnuss ist die Frucht des Waschnussbaumes (wächst wild in Indien und Nepal) und zeichnet sich durch eine seifenartige Eigenschaft aus, die beim Erhitzen der zerbrochenen Schale entsteht. Dass dies nicht nur HokusPokus ist, zeigt der Einsatz dieser Nuss in Indien seit tausenden von Jahren.

Der Vorteil der Nuss gegenüber Waschpulver ist unter anderem die 100prozentige biologische Abbaubarkeit. (Das Problem in Indien ist jetzt zum Beispiel, dass dank immer größerer Kampanien der Industrie immer mehr Menschen auf ihre klassische Waschart verzichten, Waschpulver verwenden und damit erhebliche Wasserverschmutzungen verursachen...)

Ferner ist sie auch für Allergiker und Menschen mit Neurodermithis geeignet, da keinerlei Duftstoffe in ihr vorkommen. Dieses Argument schreckt vielleicht einige ab, die den Geruch ihres "frischen" Weichspülers vermissen werden - aber man kann den Nüssen einfach ein paar Tropen ätherisches Öl hinzufügen und schon hat man einen eigenen sehr gesunden Duftstoff.

Dass die Wäsche genauso sauber wird, wie mit klassischem Waschpulver zeigen zahlreiche Foren im Netz (einfach mal bei Google suchen). Es gibt allerdings ein paar Kleinigkeiten zu beachten:

- Weiße Wäsche kann auf Dauer leicht grau werden - aber dagegen hilft eine Messerspitze Backpulver bzw. ein anderes natürliches Bleichmittel.
- die Waschnuss wirkt erst ab 30 Grad Celsius effektiv - für Kaltwäsche gibt es aber genug biologisch abbaubare Seifenlösungen.

Beim Waschen gibt es entweder die Möglichkeit mit Nussbruchstücken in einem Säckchen zu arbeiten, das man mit in die Wäsche gibt (Vorteil dieser Methode ist die mehrmalige Verwendbarkeit der Nüsse), oder man verwendet Waschnusspulver, das man ganz normal in die Wäsche geben kann.

Die Waschnüsse sind übrigens auch problemlos in der Spülmaschine nutzbar.

Zu den biologischen Argumenten kommt noch das Argument des Waldschutzes. Da die indischen Bauern mit den Waschnüssen Geld verdienen können, kommen sie nicht mehr in die Versuchung Wälder für Agrarwirtschaft zu roden, sondern im Gegenteil: Der eigene Urwald wird als etwas Kostbares und auch Existenzerhaltendes gesehen!

Umfassende Informationen zur Waschnuss gibt es hier.

Aus eigener Erfahrung:

Mittlerweile nutze ich die Waschnuss schon eine Weile und kann sie als Waschmittel-Ersatz voll empfehlen. Da es sich bei der Waschnuss aber um eine Art Seife handelt (und unser Standard-Waschpulver seit nun mehr mehr als 40 Jahren (!) nicht mehr seifenbasiert ist), gibt es ein paar Dinge zu beachten:

- Starke Flecken bekommt man mit der Waschnuss alleine nicht raus (wie auch mit normaler Seife nicht), aber mit der Zugabe von ein bisschen Fleckensalz behebt man dieses Manko. Fleckensalz ist auch ein natürliches Produkt und in jedem Drugstore/Reformhaus erhältlich. Alternativ kann man Gallseife verwenden und den Fleck vor der Wäsche damit einreiben - dann ist der Fleck nach der Wäsche auch weg!
- Bei stark kalkhaltigem Wasser braucht man etwas mehr Waschnuss(-pulver) - ähnlich wie man beim Duschen mit kalkhaltigem Wasser auch mehr Duschgel braucht. Alternativ kann man einen natürlichen Kalklöser aus dem Bioladen verwenden.
- Da die Waschnuss keinerlei Kalklöser wie z.B. Calgon beinhaltet, sollte man jedes halbe Jahr eine Leerwäsche mit ein bis zwei Esslöffel Zitronensäure oder Essig machen (ähnlich wie z.B. beim Wasserkocher):
- Die Zugabe eines Duftstoffes zum Waschen kann ich nur empfehlen, da die Wäsche wirklich etwas "frischer" riecht, als ganz ohne Duftstoff. Es eignen sich alle Duftöle und die meisten Parfums. (Vom Geruch der puren Waschnuss sollte man sich übrigens nicht abschrecken lassen: die riecht säuerlich - der Geruch verschwindet jedoch beim Waschen komplett.)

Alles in allem - eine geniale Sache!

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